Drama-Partie mit gutem Ende für Mettens Handballer

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SC Freising nach Aufholjagd mit 32:31 (11:18) niedergekämpft – Damen mit 29:25-Erfolg über TSV Indersdorf

Geschrieben von Der Klosterer

Dank einer beispiellosen Energieleistung bezwangen die Oberliga-Handballer der SSG Metten im ersten Heimspiel des Neuen Jahres den SC Freising knapp aber verdient mit 32:31 (Halbzeit 11:18). Das erfolgreiche Handball-Wochenende in Metten wurde komplettiert durch Siege der Bezirksliga-Damen über den TSV Indersdorf mit 29:25 (14:11) und der Herren II gegen die HSG Straubing 2008 mit 35:30 (16:14).

Im Ur-Mannschaftssport Handball ist es vor allem bei Spielen der SSG Metten bis heute eher unüblich, dass ein Akteur aufgrund seiner gebotenen Leistungen besonders hervorgehoben wird. Angesichts des Spielverlaufs am vergangenen Samstag bei der Partie der Herren 1 gegen den SC Freising ist es jedoch nötig.  Der junge Philipp Gäck, eines der  begabten Gewächse aus dem SSG-Talentstadl, war der Garant für den bald nicht mehr erwarteten Triumph der Klosterer über die Domstädter aus Oberbayern.

Philipp Gäck (SSG Metten #5)

Aber der Reihe nach:  Nach einem ersten gegenseitigen Abtasten der Kontrahenten und dem 6:5-Führungstreffer durch Gäck in der 9. Minute zog Freising im Eiltempo auf und davon. Das Mettener Publikum schien sich bereits auf das nächste „Trauerspiel von den verlorenen Punkten“ einzustellen. Da nützen auch die fünf Buden nichts, die der wiederum äußerst effektiv agierende lange Schlacks Patrick Sigl in der ersten Hälfte beisteuerte.

Trotz der sich abzeichnenden aussichtslosen Situation stemmte sich Philipp Gäck für seine Nebenleute unverdrossen gegen das drohende Unheil. Kundige Zuschauer verfolgten staunend seine Aktionen. Immer wieder habe Gäck die Nahtstellen in der Freisinger Deckung gesucht, berichteten sie. Auf diese Weise seien die Räume für seine Mitspieler entstanden. Der Ertrag ließ jedoch auf sich warten, denn die Gäste markierten zur Pause ein für Metten höchst bedenkliches 18:11.

Chefcoach Florian Flo Sedlmeier hämmerte seinen Mannen beim Pausentee ein, dass noch nicht alles verloren sei und sie jetzt die SSG-Trumpfkarte zu ziehen hätten, nämlich die Macht des Kollektivs. Bis die mannschaftliche Geschlossenheit zum Tragen kam, dauerte es noch bis zur 39.Minute, ehe Sigl das Runde ins Eckige zum 17:23 versenkte. Tor um Tor bröselte der Freisinger Vorsprung hinweg. Wieder Sigl, danach ein befreit aufspielender Jan Honza Matoušik, dann gleich dreimal Jungspund Ludwig Hilz ließen die Oberbayern von Mal zu Mal fahriger werden.

Simon Kraus (SSG Metten #9)

Und dazwischen immer wieder der junge Gäck, mal in der Defensive rackernd, mal im Angriff die passenden Päße spielend. Es dämmert die 50.Minute herauf. Übungsleiter Sedlmeier hatte den jungen Lennx Joachim gebracht, einen aus dieser jungen Mettener Garde, die wohl in Zukunft noch viel Freude machen wird. Der Bursche greift sich das Leder und es heißt nur noch 26:29 für die Domstädter. Das ärgert den SC-Trainer Holger Mundry derart, dass er zwei Minuten aufgebrummt bekommt. Die SSG nutzt das und  kommt über den nächsten Jungen, nämlich Emanuel Pirzer, und dann über die souveränen Mettener Böhmen Karel Květoň und erneut  Matoušik zum begeistert gefeierten 30:30 Gleichstand. Noch 4 ½  Minuten zu spielen. Dann der Schock: Patrick Sigl muss nach Gelb/Rot vorzeitig unter die Dusche.

Rote Karte für Patrick Sigl (SSG Metten #99)

Und es folgte zum Finale sozusagen der Höhepunkt der Mettener Talent-Schau: In Unterzahl netzt Ludwig Hilz zum 31:30 ein. Trainerfuchs Flo Sedlmeier haut rechtzeitig auf den Booster: Auszeit für Metten. Die Uhr in der St. Benedikt-Sporthalle zeigt schicksalshafte 59 Minuten und 21 Sekunden an. Der junge Lenox Joachim bekommt kurz nach der Auszeit den Ball. Das nach Bangen und Hoffen fast unglaubliche und deshalb so sensationelle 32:30 ist danach Tatsache.

Lenox Joachim (SSG Metten #24) erziehlte bei seinem ersten Einsatz im Herrenteam das entscheidende Tor

Freising legt eher aus Verdruss noch ein 31:32 nach. Die Halle auf dem Klostergelände ist jetzt der von Präse Adi Helmprecht im Vorfeld erflehte Hexenkessel.

Nächsten Samstag wartet der Tabellendritte ASV Dachau auf die Klosterer. Coach Sedlmeier, der eher selten zu Übertreibungen neigt, meinte nach Abpfiff. „ In dieser Form und mit dieser Haltung haben wir durchaus Chancen.“

So spielte die SSG:

Tor: Stefan Kraus, Maxi Bürger.

Feld: Matoušik, Květoň, Gäck, Pylipp, S.Kraus, Muhr, Ludwig Hilz, Pirzer, Sedlmeier, Joachim, Schwab, Sigl.

Die Tore warfen: Jan Matoušik (6 Tore/ davon zwei verwandelte 7-Meter-Strafwürfe), Karel Květoň (3), Philipp Gäck (6), Simon Kraus (2), Emanuel Pirzer (1), Lennox Joachim (2), Mane Schwab (2), Patrik Sigl (7).

Das nächste Spiel: Samstag, 17. Januar 2026, 17 Uhr, Heimspiel gegen den SC Freising.


SSG Damen:

SSG Metten Damen Neuzugänge: Emily Snebli (li.) und Elena Krizanac

In der St.Benedikt-Sporthalle war nach dem dramatischen Herrenspiel die genau richtige Temperatur für das Match der Damen gegen die Gäste vom TSV Indersdorf. Metten als Tabellenführer in der Bezirksliga war favorisiert, hatte aber von Beginn an Probleme in Fragen der mannschaftlichen Geschlossenheit.

Cheftrainer Robert Kraus, der ohne die erkrankte Co-Übungsleiterin Elena Joachim die Bank hütete,  sah neben einer Reihe von technischen Fehlern zu viele Einzelaktionen statt eines gebundenen Spiels. Die Folge war auch, dass die besprochene Vorgabe, das Torverhältnis wegen der konkurrierenden SpVgg Altenerding auszubauen, nicht umgesetzt wurde.

Damen-Cheftrainer Robert Kraus

Dafür konnte sich Coach Kraus über die gezeigte Abwehrleistung nicht beschweren. Insbesondere die beiden Torhüterinnen Tanja Kraus, Antonia Holmer konnten überzeugen. Für die SSG-Damen war Gegner Indersdorf, der ohne Auswechselspielerinnen angereist war, letztlich kein Prüfstein. Übungsleiter Kraus: „Es ist trotz des 29:25-Erfolgs noch deutlich Luft nach oben.“ Im nächsten Spiel am kommenden Samstag bei der drittplatzierten SG Moosburg erwartet der Coach einen geschlosseneren Auftritt des Teams, das seine Aufstiegschancen nicht außer Acht  sollte.

So spielte die SSG:

Tor: Tanja Kraus, Antonia Holmer.

Feld: Hundshammer, Gäck, A. Blüml, L. Köck, Heuer, Werse, Snebli, Krizanac, Geßl, Erl, Behnke.

Die Tore warfen: Paula Gäck (5 Tore), Antonia Blüml (1), Lana Köck (3), Emily Snebli (7), Elena Krizanac (6), Antonia Schreiner (1), Alexandra Behnke (1), Anna-Maria Erl (5).

Das nächste Spiel: Samstag 24. Januar 2026, 16.00 Uhr, Auswärtsspiel gegen die SG Moosburg.

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