SSG-Handballer zwingen Liga-Primus in die Knie

Sportnachrichten aus dem Landkreis Deggendorf und Umgebung

Unerwarteter 27:25-Sieg über SpVgg Altenerding – Damen dominieren TSV Gaimersheim mit 42:34

Geschrieben von Der Donauwaidler

Die angekündigte Überraschung hat sich erfüllt: Hoch verdient mit 27:25 (Halbzeit 15:12) schlugen die Mettener Oberligisten vor einem begeisterten Heimpublikum den amtierenden Tabellenführer SpVgg Altenerding. Anschließend setzten die Bezirksliga-Damen beim 42:34 (21:13)-Erfolg über den TSV Gaimersheim ihren Triumphzug durch die Liga mit ihrem zwölften Sieg in Folge fort.

In dieser Saison entwickelt sich die HandballerInnen der SSG Metten zu Angstgegnern für die SpVgg Altenerding. Zuletzt besiegtendie SSG-Damen den Ligaersten in eigener Halle mit 24:23 und dann dies:  Mit breiter Brust traten die SpVgg-Herren als Liga-Primus bei nur einer Niederlage am vergangenen Samstag gegen die abstiegsgefährdeten Mettener zum vermeintlich leichten Spiel an. Doch schneller als gedacht schien sich die von Chefcoach Florian Flo Sedlmeier angekündigte Überraschung zu erfüllen, denn die Hausherren starteten mit Höchstgeschwindigkeit in die Partie.

Die Klosterer überraschten die Oberbayern vor allem in der 1. Hälfte ein ums andere Mal mit ihrem 2.Welle-Spiel, dem schnellen Angriff mittels weniger Pässe, bevor sich die Defensive des Gegners zurechtgefunden hat. So konnte Mettens Ludwig  Hilz binnen acht Minuten gleich viermal über Linksaußen einnetzen. Sein Treffer zum 9:5 für die SSG machte bereits die Ratlosigkeit auf Erdinger Seite deutlich. Technischer Leiter Martin „Moartl“ Blüml  sah in dieser Phase gar den Grundstein für den späteren Erfolg gelegt: „Die Mannschaft hat das Spiel über die 2. Welle perfekt durchgezogen.“

Ludwig Hilz (SSG Metten #11)

Doch auch die Abwehr der Gastgeber war an diesem frühen Samstagabend hellwach, agierte aggressiv, aber regelkonform. Es war auch das Verdienst der beiden hocherfahrenen Schiedsrichter Fritz Prenißl und Karl-Heinz Späth Fritz vom ASV Cham. Das Duo war kürzlich vom Bayerischen Handballverband „für seine langjährigen Verdienste um Verlässlichkeit, Neutralität und großes Verantwortungsbewusstsein im Schiedsrichterwesen“ ausgezeichnet worden. Und so geschah es, dass in dem von körperlichem Einsatz geprägten, aber insgesamt fair verlaufenen Match der oft als Bösewicht markierte SSG-Abwehrchef Patrick Sigl gerade einmal eine Gelbe Karte gezeigt bekam.                       

Nach dem Halbzeitstand von 15:12 für Metten kam Altenerding dynamisch vom Pausentee zurück. Genau jene Phase war in dieser Saison bisher stets die Schwachstelle der SSG-Herren. Doch da kündigte sich die nächste Überraschung an: Die Klosterer hielten dem Ansturm des Tabellenführers stand. Jetzt zeigten Patrick Sigl aus dem Rückraum und  Jan Matoušik von der 7-Meter-Strafwurfmarke ihre Qualitäten. Und noch eine unerwartete Neuerung im Spiel der Hausherren war zu beobachten. Man besann sich plötzlich auf die besondere Kunst des Umschaltspiels.

Jan Matousik (SSG Metten #3)

Und das ging so: Patrick Sigl netzt aus dem Rückraum ein und schafft es fast gleichzeitig im Vollsprint, die gegnerische Schnelle Mitte (der Blitzpass vom Torwart in den Anwurf-Bereich) per Stoppfoul zu unterbinden. Nächstes Beispiel als Schlüsselszene fürs geistesgegenwärtige Umschaltspiel: Etwa 15 Sekunden vor dem Ende beim Stand von 26:25 unterlief der SSG ein kapitaler Fehlpass, als man den Gästen den Ball förmlich in die Hände spielte. Doch den Steilpass auf den zum Torwurf bereiten Altenerdinger Spieler  konnte Philipp Gäck nach fast artistischer Rückwärtsbewegung und mit Hechtsprung abfangen und so den Sieg sichern. So war Youngster Emanuel „Emu“ Pirzer in der Lage, gelassen zum 27:25 einzunetzen. Und der hochverdiente Deckel war drauf.

Der überglückliche Übungsleiter Sedlmeier will in den verbleibenden drei Partien genau diese Leistung auf die Platte gebracht bekommen. „Nur so haben wir Chancen, die Liga zu halten.“  Die restlichen, keinesfalls leichten Gegner sind der MTV Pfaffenhofen, der TV Eggenfelden und zum Schluss am 28.März im Heimspiel der SC Eching.

So spielte die SSG:

Tor: Stefan Kraus, Maxi Bürger.

Feld: Matoušik, Gäck, Simon Kraus, Muhr, Graf, Ludwig Hilz, Pirzer, Joachim, Primbs, Schwab, Sigl.

Die Tore warfen: Jan Matoušik (7 Tore/ davon vier verwandelte 7-Meter-Strafwürfe), Philipp Gäck (3), Ludwig Hilz (6), Emanuel Pirzer (1), Severin Primbs (1), Patrick Sigl (9).

Das nächste Spiel: Samstag, 7.März 2026, 18 Uhr, Auswärtsspiel gegen den MTV Pfaffenhofen.


SSG Metten Damen:

Keinesfalls leichtes Spiel hatten die Mettener Bezirksliga-Damen in der Heim-Partie gegen Tabellenschlusslicht TSV Gaimersheim aus dem oberbayerischen Landkreis Eichstätt.  Von Beginn an entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Dass mit Gaimersheim ein sicherer Abstiegskandidat in der St. Benedikt-Sporthalle gastierte, war kaum feststellbar.

Es zeigte sich aber, dass beide Teams scheinbar ohne Abwehr diesen Samstagabend bestreiten wollten, den von Defensivarbeit war kaum etwas zu bemerken. So war es auch kein Wunder, dass die auch bei Handballspielen eher ungewöhnliche Gesamtzahl von 76 Treffern zustande kam. In Mettens Abwehr konnte sich lediglich wieder einmal Torhüterin Tanja Kraus mit guter Leistung hervortun. Bei Abpfiff konnten sich die SSG-Damen und ihre Fans über 42 Tore  freuen, 34 Buden gingen auf das Konto von Gaimersheim.

Elena Krizanac (SSG Metten Damen)

Mittlerweile können die Fans davon ausgehen, dass das Mettener Damenteam wieder in die Bezirksoberliga zurückkehren wird. Obwohl die Klosterinnen zuletzt dem Tabellenführer SpVgg Altenerding in deren Halle eine empfindliche Niederlage beibringen konnten, wird es aus dem Meistertitel für die SSG nichts werden. Im direkten Vergleich fehlen ein paar wenige Törchen.

Auch die Damen haben in dieser Saison noch drei Spiele zu absolvieren: zunächst zuhause gegen den HC Donau/ Paar II, danach auswärts gegen die HSG 2008 Straubing und schließlich am 28. März dahoam gegen die HSG Schwabkirchen.

So spielte die SSG:

Tor: Tanja Kraus, Antonia Holmer.

Feld: Gäck, A. Blüml, L. Köck, Snebli, Krizanac, Erl, Behnke, Geßl, Heuer, Stadler, Schreiner, Stadler, Behnke, Hundshammer.

Die Tore warfen: Paula Gäck (2 Tore), Antonia Blüml (6), Lana Köck (6), Leni Geßl (2), Miriam Heuer (1), Emily Snebli (5), Elena Krizanac (7/ davon 1 verwandelter 7-Meter-Strafwurf), Franziska Stadler (2), Alexandra Behnke (6), Anna-Maria Erl (5).

Das nächste Spiel: Samstag, 14.März 2026, 19 Uhr, Heimspiel gegen den HC Donau/ Paar II.

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