Der TSV Aschenau schreibt Vereinsgeschichte

Sportnachrichten aus dem Landkreis Deggendorf und Umgebung

Alles oder Nichts hieß es am Sonntag auf dem Sportplatz zu Pankofen. Relegationsrunde 2 und endgültige Entscheidung um den Aufstieg in die Kreisklasse. Über 1300 Zuschauer wollten das Spiel trotz gemeldetem Regenschauer sehen. Eine tolle Atmosphäre schafften die beiden Fanlager schon vor dem Anpfiff – Respekt dafür!

Schiedsrichter Matthias Putz vom SV Perlesreut mußte wegen dem Zuschaueransturm 15 Minuten mit dem Anpfiff warten. Dann gings aber endlich los. Wie erwartet starteten die Hengersberger offensiv in die Partie und wollten den Gegner sofort unter Druck setzen. Bereits in der 3. Spielminute zappelt der Ball im Netz. Grenzenloser Jubel bei den Hengersberger Fans, der jedoch schnell verstummt. Domenik Hartl hatte getroffen, aber es wurde sofort auf Abseits entschieden.

In der Folge entwickelt sich ein sehr gutes Spiel von beiden Mannschaften, Hengersberg mit etwas besseren Passspiel. Der regennasse Rasen lud zum Grätschen ein, wurde auch von beiden Teams vollzogen, aber alles fair und im Rahmen. Wie gesagt, die in Weiß-Rot gekleideten Hengersberger mit der gepflegteren Spielanlage, Aschenau setzte auf lange Bälle und ihre schnellen Stürmer.

Es gab Chancen auf beiden Seiten, aber so richtig gefährlich für die Torhüter wurde es erstmal nicht. Beide Abwehrreihen standen diszipliniert und damit sicher. In der 35. Minute dann großer Aufschrei der Aschenauer Fans. Bei einer Ecke stürmte Jonas Kerbl dem Ball entgegen, wird am Fuß getroffen – Elfmeter wurde gefordert. Glück für Hengersberg, denn eine Berührung gab es definitiv. Für Schiedsrichter Putz aber zu wenig, er ließ ohne zu zögern weiterspielen. Die Rießenchance bot sich den Hengersbergern kurz vor der Pause, als David Wengler frei auf Elfmeterhöhe zum Schuss kam. Er fand seinen Meister aber in Person Kevin Paukner. Der Aschenauer Tormann mit einer sagenhaften Parade, verhindert damit Schlimmeres.

In 43. Minute Elfmeterforderung auf der anderen Seite. Hier lag der Unparteiische mit seiner Entscheidung zum Weiterspielen goldrichtig. 0:0 Halbzeit in Pankofen, tolles Spiel, super Atmosphäre trotz Regenschauer. Der in der Halbzeitpause nochmal mehr wurde.

In Halbzeit zwei das identische Spiel, Hengersberg mit Ballkontrolle und Aschenau mit langen Bällen auf die Stürmer. Wieder landet der Ball im Aschenauer Netz, Shala trifft und wieder war Abseits die richtige Entscheidung. In der 72. Spielminute eine weitere Rießenchance für Hengersberg. Shala taucht frei am rechten 5er Eck auf, sein Schuss trifft aber genau den Keeper. Auch der Nachschuss findet sein Ziel nicht.

Erster Wechsel bei Aschenau, Spielertrainer Nicolai Retzer kommt für Six. Ein kluger Schachzug wie sich kurze Zeit später herausstellt. Den die Hengersberger wurden langsam müde und Aschenau übernahm plötzlich das Kommando auf den Rasen. Maxililian Hafner gewinnt ein Laufduell auf der halblinken Seite, mit dem Außenrist befördert er das Leder in den 16er. Dort steht Jonas Kerbl, der sieht dem besser positionierten Nicolai Retzer am 5er stehen. Dieser mit einem misslungenen Schuss , er trifft den Ball gar nicht richtig, genau deshalb rutscht er neben dem Hengersberger Tormann vorbei und über die Torlinie zur vielumjubelten 0:1 Führung für Aschenau.

Auch 10. Minuten Nachspielzeit reichen den Hengersbergern nicht mehr, um gefährlich vor des Gegners Tor zu kommen. Im Gegenteil, Retzer hat in der 92. Spielminute mit einem Schuss aus 16m das Hengersberger Gebälk im Visier. Aschenaus Roman Dik sieht noch Gelb-Rot in der Nachspielzeit. Das wars dann auch – der hervorragende Schiedsrichter Putz pfeift ab und die Aschenauer Fans stürmen freudestrahlend den Platz.

Endstand: 0:1 Tor: Nicolai Retzer


Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte können die Aschenauer überhaupt einen Aufstieg feiern. Für Aschenaus Trainer Carsten Stockinger der verdiente Lohn einer harten Arbeit: „Für unseren kleinen Verein ist das gigantisch und bisher etwas Einzigartiges in der Vereinsgeschichte. Wir haben so lange darauf hingearbeitet, die Mannschaft hat die gesamte Saison richtig Gas gegeben und alles für unseren Traum getan.“

Extrem bitter: Der TSV Hengersberg scheitert dagegen erneut inder Relegation, zum dritten Mal in den letzten vier Jahren. Und verabschieden nach dem Spiel mit traurigen Mienen ihre Coach Daniel Hartl.

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