Mit einem hart umkämpften und am Ende hauchdünnen 5:4-Sieg in Ingolstadt sicherte sich die zweite Mannschaft erstmalig den ersten Platz nach der Hauptrunde in der höchsten bayerischen Spielklasse, der Regionalliga.
Der Beginn verlief etwas holprig. Die auf der für sie gewohnten großen Eisfläche in Ingolstadt mutig agierenden Hausherren gingen durch zwei platzierte Schüsse von Fabian Eder nach 10 Minuten mit 2:0 in Führung. Wer sonst, als Oldie und Routinier Stefan Bauer, mit einem wahren Coast-to-Coast-Lauf, sorgte mit dem 2:1 für den ersten Hoffnungsschimmer.
Im zweiten Abschnitt das gleiche Bild: Ingolstadt mutig nach vorne, die Pflanz unglücklich im Abschluss. So stand es 3:1 zur Hälfte des Spiels. Doch dann änderte sich das Spiel. Die Ingolstädter mussten dem Tempo Tribut zollen und die Pflanz hatten nun auch bei Abschlüssen durch Christian Schmidt und Alex Kassig in Überzahl das nötige Glück. Bauer mit seinem zweiten Tagestreffer kurz vor Drittelende sorgte für die erstmalige Führung zum 4:3.
Direkt nach Wiederbeginn glich Ingolstadt aus zum 4:4 und nun ging es in einem offenen Schlagabtausch hin und her. Eine klasse Kombination über Dominik Steer und Youngster Tim Beckel verwertete ersterer in der 50. Minute zum 5:4. In der Schlussphase geriet Juniorentorhüter Tim Kungel, der ab der 40. Minute den starken Christian Mack im Tor ablöste, immer mehr in den Brennpunkt. Doch er machte seine Sache hervorragend und hielt zusammen mit seinen aufopferungsvoll kämpfenden Vordermännen den Kasten sauber.
Somit sicherte man sich den ersten Platz nach der Hauptrunde und trifft nun im Halbfinale auf die zweite Mannschaft des Lokalrivalen aus Atting.
Erste beendet Vorrunde als Vizemeister – 2 knappe Niederlagen zum Abschluss
Auf der Ziellinie haben die Pflanz die Vorrundenmeisterschaft der 2. Bundesliga noch aus der Hand gegeben. Als Tabellenführer nach Baden-Württemberg gereist, kehrten sie nach zwei knappen Abschlussniederlagen auf Platz 2 zurück.

„Es war von Beginn weg klar, dass dieses Auswärtswochenende eine harte Nuss werden würde, nachdem wir viele Stützen in der Breite bewusst für das Regionalligafinale der Zweiten abgestellt hatten. Aber gerade das macht unsere Vereinsphilosophie aus. Der Erfolg der Zweiten ist ein toller Baustein unserer ganzheitlichen Entwicklung – und in der Priorität zumindest an diesem Wochenende weiter vorne“, erklärt Trainer Thomas Weiß den ungewöhnlich dünnen Kader.
So traten am Samstag nur 9+2 Spieler den Weg nach Spaichingen an; am Sonntag in Merdingen waren es nach einer Verletzung von Ben Jantzen nur noch 8. Dennoch absolvierten die Pflanz bei starken und selbstbewussten Spaichingern ein diszipliniertes und über weite Strecken gutes Auswärtsspiel. Nach einem schnellen 2:0-Rückstand, erzielten die Deggendorfer noch im ersten Drittel vier Treffer und gingen mit einer 3:4-Führung in die erste Pause. Auch im Mittelabschnitt agierten beide Teams auf Augenhöhe, wobei die Badgers überwiegend aus der Distanz gefährlich waren. Nach zwei Dritteln stand es 6:6. Im Schlussabschnitt sah es zunächst lange danach aus, als ob sich die Pflanz für ihre disziplinierte Arbeit belohnen könnten. Ben Jantzen traf in der 46. Spielminute zum 6:7 für Deggendorf. Erst spät – in der 54. Spielminute – kippte das Spiel zuungunsten der Pflanz. Wieder waren es zwei Distanzschüsse, die Spaichingen erstmals in Führung brachten. Und jetzt konnten sich die Badgers – das Momentum nutzend – entscheidend absetzen. Für die Pflanz ein frustrierendes Ende nach einem an sich guten Auswärtsspiel.
Tags darauf waren die Pflanz nun unter Zugzwang, in Merdingen zu siegen, um doch noch als Südmeister einzufahren. Zunächst sah auch alles danach aus, als ob die Pflanz – inzwischen zu acht – früh auf Kurs kommen könnten. Mit klaren Feldvorteilen hatten sie deutlich mehr vom ersten Drittel. Nur die Torausbeute war verbesserungswürdig. Es stand nur 1:1. Im Mitteldrittel hatten die Deggendorfer dann ihren einzigen wirklichen Durchhänger an diesem Wochenende. Körperspannung und Abwehrarbeit waren weg, Merdingen roch Lunte und erarbeitete sich eigene Treffer. Nach einem schwachen Drittel stand es 5:2 für die Hausherren. Im Schlussabschnitt nahmen sich die Deggendorfer vor, die letzten Kräfte zu mobilisieren. Es gelang auch eine Aufholjagd durch Tore von Simon Stern (2) und Youngster Felix Plötz (2). Doch am Ende fehlte ein Treffer, um das Penaltyschießen zu erzwingen.

„Wenn man das Mitteldrittel in Merdingen sowie die letzten fünf Minuten in Spaichingen wegdenkt, haben wir als Kollektiv viel aus unseren Mittel rausgeholt. Aber zur Wahrheit gehört auch, dass es nicht oder sehr schwer möglich ist, mit acht Feldspielern auf Bundesliganiveau ein Auswärtswochenende erfolgreich zu bestreiten. Als auch noch Ben Jantzen ausfiel und der grippegeschwächte Maxim Bernhardt zurückstecken musste, konnten wir in der Crunch Time nicht mehr zusetzen. Nun gilt es, den Fokus in allen Belangen auf die Playoffs zu lenken“, so der Trainer.
Dort warten im Viertelfinale die Miners aus Oberhausen, für die Pflanz ein bislang unbeschriebenes Blatt. Das Hinspiel wird am 17.10. in Oberhausen stattfinden, das Rückspiel voraussichtlich am 24.10. zu Hause.






