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Tiefschlaf, Aufholjagd, keine Punkte

Erneute katastrophale erste Hälfte kostet HC Deggendorf die Punkte

Eigentlich wollten die Deggendorfer Handballer nicht den gleichen Fehler wie in der Vorwoche machen. Dringlichst wollte man ein Deja-Vu vermeiden. Das gelang leider nicht. Wie bereits eine Woche zuvor beim Saisonstart gegen den ETSV Landshut verschliefen die Donaustädter die erste Hälfte auf der Platte und genau wie zuvor zahlte sich die Aufholjagd in der zweiten Hälfte nicht aus. Das Resultat: eine 24:20 Auswärtsniederlage bei der TG Landshut II, erneut null Punkte und der letzte Tabellenplatz nach dem zweiten Spieltag.

Die Zeichen standen grundsätzlich gut für das Team von Milan Sedivec. Unter der Woche trainierte man konzentriert, setzte den Fokus auf die Abwehr und versuchte die Kommunikation im Mittelblock zwischen den neuen Gesichtern Setlik, Stengl und der restlichen Truppe zu forcieren. Und auch der Kader strotzte vor motivierter Man-Power! Bis auf die Verletzten Zeljko Grbic und Emil Baumann konnte man aus den vollen Schöpfen und den Gastgebern der TG Mipa eine schlagkräftige Truppe entgegenstellen. Wie bereits vermutet, bestätigte sich in Landshut das Klischee der „Wundertüten-Mannschaft“, was nicht daran lag, dass sich die Reserve der Bayernliga-Mannschaft an an deren Spieler vergriff. Eine blutjunge Truppe um Langzeit-Rückraum-Ass Dino Elezovic machte sich locker und unvoreingenommen in der Halle des Sportzentrum West warm. Was auf die Deggendorfer zukommen würde, wusste keiner so recht. Davon wollte man sich auch nicht beeinflussen lassen. Vielmehr sollte der Fokus wieder auf alte Handballtugenden geworfen werden: eine kompakte aggressive Abwehr, Zug aufs Tor und vor Allem Kampf und Teamgeist. Genau diese Tugenden ließ der HC in der kompletten erste Hälfte hinter sich. 

In der Deckung agierte man erneut fahrlässig, ließ die Gegner gewähren und machte es der Heimtruppe leicht, sich Chancen zu erarbeiten. Einzig Denis Detlaf konnte mit einigen Paraden noch entgegen halten. Jedoch konnte er aber auch nur hilflos von hinten zusehen, was die Truppe von Sedivec im Angriff zeigte. Ideenlosigkeit, Stückwerk und Einzelaktionen geprägt von oft fahrlässigen Abschlüssen waren der Grund, warum Landshut zudem oft zu einfachen Gegentreffern über die zweite Welle kam. Denn zu allem Übel war man auch in der Rückwärtsbewegung viel zu unkonzentriert. Landshut konnte sich somit früh absetzen. Zwar legte der HC durch Tom Aigner vor, doch schnell verfiel man in oben genannten Muster. Kagerer und Baumhardt auf Seiten von LA erhöhten ganz schnell auf 6:1. Die Gastgebern euphorisch, die Gäste lethargisch und ideenlos. Sedivec zieht früh die Reißleine mit einem TimeOut, versucht seine Farben aus dem Tiefschlaf zu wecken. Jedoch nur mit mäßigem Erfolg.

Archivbild: HC Deggendorf Trainer Milan Sedivec

Zwar markiert Michel Poek den zweiten Treffer für den HC, doch auf beiden Seiten des Spielfeld konnte man nicht zwingend die Landshuter in Verlegenheit bringen. So setzten sich die Hausherren über die Spielstände 7:4 und 10:5 bis zur Halbzeitsirene auf 14:7 ab. Kein Aufbäumen der Deggendorfer. Landshut ging dagegen mit einem verschmitzten Lächeln in die Kabine. Die Bilanz: 14 Fehlwürfe und diverse technische Fehler und Fehlpässe sprechen für sich.

Hängende Köpfe in der Umkleide, Ratlosigkeit. Doch Sedivec versucht die richtigen Worte zu finden, erinnert sein Team daran, dass man auch in der Vorwoche durch eine fulminante Aufholjagd nochmal alles möglich machte. Doch nach Anpfiff zunächst eine sinnbildliche Szene. Eine Zeitstrafe kurz vorm Ablaufgen der ersten Hälfte gegen Michael Buchner wurde prompt verdrängt, mit voller Spieleranzahl startete man in den zweiten Spielabschnitt. Das blieb von den sehr gut agierenden Schiedsrichtern Lutz/Spandau nicht lange unbemerkt, die somit gegen die Bank zusätzliche zwei Minuten aussprechen mussten, der HC startet also nur noch mit vier Feldspielern. Doch überraschenderweise ließen sich die Donaustädter dadurch nicht noch weiter demotivieren-im Gegenteil. Es zeigte sich ein Aufbäumen. Und vor Allem ein Spieler in Reihen der Gäste lief plötzlich zur Höchstform auf: Michel Poek.

Archivbild: Michel Poek

Ein ums Andere mal vernaschte er die Deckung, netzte entweder selbst aus Rückraum oder von der Strafwurflinie ein oder glänzte mit tollen Assists. Allein sieben der folgenden acht Treffer für Deggendorf gingen auf seine Kappe, der wuchtige Rückraum war kaum zu bremsen. Und auch in der Defensive agierte man deutlich engagierter als noch in Halbzeit Eins. Mit einer offensiveren 5:1 Deckung mit Valentin Lotos an der Front, zwang man die Hausherren ein ums andere Mal zu Fehlwürfen, oft toll pariert durch Dennis Eberhardt, und technischen Fehlern. Und so schaffte es der HCD sich Stück für Stück an den Ausgleich ran zu kämpfen. Und so war plötzlich beim Stand von 17:15 durch Milan Sedivec junior alles wieder offen.

Doch leider verpassten es die HCler erneut, die aufsteigende Euphorie auszunutzen. Just in dieser Phase erlaubte man sich erneut technische Fehler und Fehlwürfe, erlaubte es den Landshutern den Vorsprung erneut auf 5 Treffer durch Elezovic auszubauen (21:16, 55. Minute). Diesen Vorsprung ließen sich die Hausherren nicht mehr nehmen und mit einem sehenswerten Kempa-Trick exekutierten sie alle Hoffnungen der Gäste. Mit 20:24 geht die Partie verloren und erneut reichten eine tolle Aufholjagd nicht, die verschlafene erste Halbzeit wett zu machen. „Die Saison ist noch lange und wir haben noch alles selbst in der Hand“, so Coach Sedivec der seine Jungs positiv Stimmt, vor Allem im Hinblick auf den zweiten Spielabschnitt.

Jetzt heißt es unter der Woche wieder Vollgas geben und dann kommende Woche zuhause gegen Wacker Burghausen ab Minute Eins da weitermachen, wo man in Landshut aufgehört hat.

Für Deggendorf spielten: (Tor) Eberhardt, Detlaf, (Feld) Poek(11/5), Sedivec(3), Aigner, Lotos (je 2), Stengl, Zaglauer (je 1), Pasha, Buchner, Grill, Setlik, und Czisch. 


Handball-Jugend

Ansonsten war auch im Bereich der Jugend wieder einiges geboten. Bereits am Samstag bestritt die neu fusionierte männliche A-Jugend aus HCD und der SSG Metten ihr erstes Saisonspiel. Und das gleich sehr erfolgreich. Mit einem 22:20 konnten sich die Jungs in der Klosterhalle in Metten gegen den ETSV Landshut durchsetzen. 

Bilder und Bericht hier:

Am Sonntag startete dann zunächst die männliche D-Jugend in den Handballtag. Leider mussten sich HCler im Derby gegen die SSG Metten mit 14:22 geschlagen geben. 

Im Anschluss konnte aber dann die männliche C-Jugend diese Niederlage wieder ausgleichen. Mit einer sehr dünnen Personaldecke und ohne Auswechselspieler konnten die Deggendorfer mit ganz viel Kampf den ETSV Landshut mit 16:14 niederringen.

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