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Manuel Schwab zu seinem Rücktritt als Herren-Trainer der SSG Metten

Manuel Schwab zu seinem Rücktritt als Herren-Trainer der SSG Metten

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„Handballsport in Metten ist mehr als Handball spielen“

Eine ebenso erfolgreiche wie beeindruckende Spieler- und Trainer-Karriere im bayerischen Handballsport geht jetzt bei der SSG Metten zu Ende.Überraschend für die Oberliga-Herren der SSG, für viele Mitglieder sowie für die Fangemeinde nicht nur im Deggendorfer Land erklärte Chef-Trainer Mane Schwab (36) nach dem letzten Saisonspiel in Dachau seinen Rücktritt.

Der gelernte Facharbeiter im Bauwesen und gebürtige Deggendorfer spieltseit 24 Jahren Handball, war neun Jahre Jugend- und drei Jahre
Seniorentrainer. Im Interview nennt Schwab die Gründe für seine Entscheidung. Der scheidende Trainer bringt dabei unter anderem zum Ausdruck, was viele Vereine und den Amateursport generell gerade nach Corona plagt: Willige Menschen zu finden, die sich unter Verzicht auf manch Privates für die Gemeinschaft im Sport einsetzen.

Das Interview:

Frage: Herr Schwab, Sie gehören zu den SSGlern, die sich über viele Jahre mit Haut und Haar ihrem Verein verschrieben haben. Als Spieler, als Trainer undzuletzt als Chef-Coach der 1. Herren waren Sie erfolgreich wie kaum ein anderer.Was ist jetzt mit Ihnen passiert ?
Manuel Schwab: Meine Entscheidung hat mit persönlichen Gründen zu tun. In derlangen Zeit als Spieler und gleichzeitig als Jugendtrainer habe ich f ast mein ganzes Privatleben hintangestellt, wie auch in den letzten drei Jahren als Seniorentrainer. Bei der Nachfolge von Trainer Walter Steininger, der ja auch gleichzeitig Spieler war, bin ich mehr oder weniger ins kalte Wasser gesprungen. Da ich das Vertrauen der
Vorstandschaft hatte, bin das Wagnis eingegangen. Ein weiterer wichtiger Grund war, dass ich das Amt nur für ein halbes Jahr übernehmen sollte. Das ging für mich in Ordnung. Dass dann daraus doch drei Jahre wurden, hätte ich eigentlich nichtgedacht. Und dann ist in der Zeit auch noch Corona dazugekommen. Mich hat dabe ivieles noch deutlich mehr Kraft und Mühe gekostet, um das Ganze zusammen zu
halten. Und ich sage ganz offen, ich habe auch den Druck vor und nach den Spielen und selbst vorm Training nicht mehr so wegstecken können. Ich schlief schlecht, weil mir andauernd die Fragen durch den Kopf rasten: Habe ich tatsächlich das Richtige trainiert ? Die Mannschaft wirklich optimal aufs Spiel eingestellt ? Die richtigen Worte gefunden ? Es dabei allen recht zu machen, das ging mir sehr nahe und macht einfach müde. Die entscheidende Frage für mich war dann: Wie kann ich euch Spielern noch helfen, wenn ich mit mir selber so beschäftigt bin ?

Und jetzt bin ich an einem Punkt angekommen, wo ich ehrlich sein und mir eingestehen muss, dass ich persönlich endlich mehr Zeit für mich fin den muss – so leid es mir für das Team und den Verein tut! Meinen Entschluss habe ich der Vorstandschaft vorher mitgeteilt und
auch die Spieler in einem Brief darüber informiert.

Frage: Handball ist bei uns Randsportart, Amateurvereinen geht finanziell undpersonell die Luft aus und das Engagement des Einzelnen für die emeinschaft im Verein nimmt ab. Ganz zu schweigen vom Willen, sich im Mannschaftssport zu plagen und Teamgeist zu zeigen. Hat Sie diese Zeitgeist-Tendenz entmutigt?
Schwab: Entmutigt nicht wirklich; aber wenn du ein solches Amt übernimmst, mußt du nicht den Vorwurf machen, ihr Zeitaufwand sei nicht ausreichend genug. Profivereine haben komplette Managementstäbe für alles Mögliche. Wir sind und wir bleiben Amateursportler und ich war dabei Alleinunterhalter: aufwändiges Teambulding oder effiziente Trainingslager planen und durchziehen, Sponsoren werben, Kindertage
organisieren oder Erwachsene bei Laune halten. Gerade das Drumherum imHandballsport und besonders bei der SSG Metten ist eben mehr als nur Handball spielen.

Frage: Mit den kürzlichen Neuwahlen bei der SSG Metten hat sich eine neue Jugendleitung etabliert, die zurückholen will, was auch durch Corona verloren ging. Ein Neuaufbau im Nachwuchsbereich soll gestartet werden. Sind das nicht
Perspektiven, wie sie sich ein Senioren-Trainer im Handball nur wünschen kann?

Schwab: Das sind gute Perspektiven für den Seniorenbereich und für den Vereininsgesamt. Aber ich kann mir Zeit auch nicht kaufen, um das dann auch gut umzusetzen. Und wenn ich von mir nicht mehr überzeugt bin, das leisten zu können, dann muss ein anderer her, um einen solchen Neuaufbau im Jugendbereich bestens nutzen zu können. Übrigens: Niemand sollte vergessen, dass die Jugendarbeit mit das Kostbarste bei der SSG ist. Nicht umsonst haben wir damals den Bayerischen und den Deutschen Vereinsjugendpreis bekommen. Das verpflichtet. Aber all das pack‘ ich nicht mehr.Es muss jetzt ganz einfach einer her, der als Trainer genauso
zielstrebig und ehrgeizig ist, aber doch eine gewisse Lockerheit, Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt!

Frage: Einer wie Sie, der Handball geliebt, gelebt und auch erlitten hat, kann ja
keine Vollbremsung hinlegen – so,wie Sie das als passionierter Mountainbiker
wohl gerne machen. Schwingen Sie jetzt sanft hinüber ins Private ?

Schwab: Ich bin immer noch gewillt, für die SSG Metten ein Amt zu übernehmen! Die SSG ist ja nicht nur ein Verein, für mich ist das Familie! Diese Familie gibt einem so viel und da habe ich ganz einfach das Bedürfnis, etwas zurückzugeben. Wie das
in der Zukunft ausschauen wird, weiss ich noch nicht. Vielleicht ein Posten mit geringerem Zeitaufwand als bisher. Lassen Sie mich bitte zum Schluss noch etwas sagen, was mir sehr am Herzen liegt: Ich bin nach wie vor dankbar dafür, dass mir der Verein das Traineramt anvertraut hat und es ist mir eine große Ehre, die Herrenmannschaft als eines der großen Aushängeschilder der SSG Metten trainiert
zu haben.


Das Interview führte Peter Dermühl

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