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HCD holt nach starker zweiter Hälfte wichtige Auswärtspunkte

Lebenszeichen vor dem Lockdown

Mal sehen wie lange der aktuelle Saisonbetrieb nun für den HC Deggendorf brach liegt. Eins steht jedoch fest: der Handballclub sichert sich noch einmal zwei wichtige Auswärtspunkte in der Ferne. Nach einer sehr unglücklichen ersten Halbzeit raufte man sich zusammen und konnte mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung den MTV Pfaffenhofen mit 29:34. Einziger Wermutstropfen bleibt eine Verletzung von Außenspieler Oliver Grill.

Die politische Situation war bereits vor dem Spiel klar. Die Deggendorfer stehen vor einem mindestens dreiwöchigen Lockdown mit Schließung der Sporthallen. Folglich ruht derHandballsport also vorerst an der Donau. Und auch drumherum war im Ligabetrieb einiges los beziehungsweise gar nichts. Alle Partien der Bezirksoberliga wurden am vergangenen Wochenende abgesagt. Jedoch waren sich die Vereinsverantwortlichen beider Teams einig. Das Spiel sollte stattfinden, denn keiner weiß, ob es denn nicht das Letzte für unbestimmte Zeit sein sollte. Somit machten sich die Deggendorfer auf den langen Weg an die Ilm mit einer klaren Mission: um jeden Preis punkten. Denn ein Blick auf die Tabelle lässt die HCler zurzeit nicht gerade mit einem Lächeln im Gesicht zu Bett gehen. Mit der roten Laterne fest im Griff rangiert man auf dem letzten Tabellenplatz, den MTV im Tabellenmittelfeld jedoch bereits im Blick. Big-Points also, die es zu holen gab. 

Coach Sedivec konnte zudem annähernd aus den Vollen schöpfen. Lediglich die Langzeitausfälle Grbic, Baumann und Gasz fehlten, ebenso Rückraumakteur Michael Buchner. Das restliche Team in guter körperlicher Verfassung und willig den Gastgebern die Punkte zu entführen. Und die Deggendorfer legten auch gleich mal ganz ordentlich los. Gegen die offensiv agierende Abwehr der Heimmannschaft konnte man im Handumdrehen durch hohes Tempo und geschicktes Spiel ohne Ball die Oberhand gewinnen. Auf den ersten Treffer von Jan Stengl setzten Grill, Zaglauer und Lotos gleich noch eins drauf (1:4, 6.Minute). Alles sah danach aus, als würde der Plan von Coach Milan Sedivec aufgehen, der genau jene Spielweise gefordert und in der Vorwoche intensiv trainiert hatte. Allerdings ließen sich die Mannen von der Donau zunehmend vom sehr statischen Angriffsspiel der Hausherren einschläfern und verloren mehr und mehr den Faden.

Im Deckungsverbund ließ man die Aggressivität und Agilität zunehmend vermissen, zudem hatten die Deggendorfer Torhüter erneut keinen guten Tag erwischt und konnten kaum Bälle zwischen den Pfosten entschärfen. Ebenso im Angriff, denn die gut funktionierende Offensive agierte zunehmend fahrig, ließ erneut viele freie Würfe liegen und zeigte kein gutes Rückzugsverhalten. Die Konsequenz kam im Handumdrehen. Denn mit den heimischen Fans in der gut besuchten Halle im Rücken, witterten die Pfaffenhofener die Chance, den HCD zu schlagen.

Zunächst der Ausgleich beim 7:7 durch Zach, dann zogen die Gastgeber sogar auf 16:12 davon. Die Deggendorfer in dieser Phase ideenlos und planlos. Es wirkte plötzlich fast so, als hätte man die Lust am Spiel verloren. Fehlende Stimmung und kein Hauch von Kampfgeist und Wille, luden die MTVler förmlich dazu ein, die Führung bis zur Halbzeitsirene auf 18:14 zu verwalten. Sedivec wirkte fast etwas ratlos. Genau zehn Minuten lang hatte seine Mannschaft genau das umgesetzt, was er gefordert hatte. Und ohne jeden Grund verlor man dann komplett den Faden und zeigte dabei keinerlei Gegenwehr.

Co-Trainer Helber appellierte verzweifelt an den Kampfgeist seiner Mitstreiter. Und das fruchtete! Zurück au der Platte wirkten die Mannen von der Donau wie ausgewechselt. Hohes Tempo und bewegliches Angriffsspiel standen plötzlich wieder auf dem Plan. Auch die Umstellung von Sedivec auf eine etwas offensivere Abwehrvariante zeigte seine Wirkung und brachte die Hausherren zur Verzweiflung. Mit einem furiosen 2:8-Lauf innerhalb von zehn Minuten drehte man die Partie komplett (20:22). Stengl, Sedivec, Poek und Lotos zeigten endlich Durchschlagskraft und trafen nun auch ins Netz. Fast wie im Rausch hatte der Handballclub nun die Zügel in der Hand und versuchte nun auch am Ball zu bleiben. Zwar gelang es Pfaffenhofen  wieder besser ins Spiel zu finden, doch Deggendorf blieb am Drücker. Poek, erneut Sedivec und Setlik erhöhen auf eine 4-Tore-Führung für ihre Farben (22:26).

Unglücklicherweise verletzte sich just in dieser Phase Oliver Grill am Sprunggelenk so schwer, dass die Partie für ihn beendet war und er womöglich nun auf unbestimmte Zeit ausfallen wird. Doch das gab seinen Mitspielern nur noch mehr Siegeswillen. Zwar verkürzt Zach nochmal, doch der starke Jan Stengl, Poek, Aigner und Lotos antworteten darauf und brachten die Donaustädter auf die Siegerstraße (25:32, 55. Minute). Die Partie war nun gelaufen, die Schlusspunkte setzten Michel Poek und der ebenfalls toll aufgelegte Aaron Zaglauer zum 29:34 Endstand. 

Nach einer ersten Halbzeit zum Vergessen und viel Unzufriedenheit, antworteten die Deggendorfer mit einer fantastischen und geschlossenen Mannschaftsleistung in Hälfte zwei und holen somit wichtige Punkte im Kampf aus dem Tabellenkeller. Mit 4:6 Punkten steht man nun in einem sehr dichten Tabellenmittelfeld und hat nun damit eine gute Ausgangslage, sofern die Saison fortgesetzt wird. Die kommenden Wochen bleiben nun ungewiss. Ob das nächste Heimspiel am 04.12. gegen die HG Ingolstadt stattfinden kann, steht noch in den Sternen. Der HC Deggendorf wird jedoch über alle Verfügbaren Kanäle darüber informieren.

Für Deggendorf spielten: (Tor) Detlaf, Eberhardt, (Feld) Stengl(8), Zaglauer(6), Lotos(6), Poek(4), Setlik(4), Sedivec(3), Aigner(2), Grill(1), Pasha und Czisch.

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