Es war einmal mehr eine Werbung für den Handballsport in Deggendorf. In einem hochklassigen Derby gab es für die Zuschauer bis zum Schluss Spannung pur. Leider zogen die Deggendorfer am Ende den Kürzeren. Gegen den amtierenden Tabellenführer aus Eggenfelden heißt es nach abgelaufener Spielzeit 27:29, dabei schenkten sich beide Teams über die komplette Partie nichts.

Dass das Topspiel am Ende das hielt, was es versprach, war bereits vor dem Spiel beim Blick auf die Aufstellungen zu vermuten. Der TVE reiste mit seiner Top-Besetzung um Wohlmannstetter, Lehnard und Fuchs an. Auf Deggendorfer Seite musste man auf Stubhahn, Gasz und Tiefensee verzichten, konnte aber dennoch eine schlagkräftige Truppe entgegensetzen. Michel Poek war erneut mit von der Partie, ebenso fand die Rückraum-Achse um Tropmann, Lotos und Helber immer besser zueinander.

Der HC erwischte zunächst den besseren Start, als man durch Lotos und Poek mit 2:0 in Führung ging. Doch die Antwort der Gäste ließ nicht lange auf sich warten. Fuchs und Sendlinger gleichen umgehend aus. Es entwickelte sich sofort ein offener Schlagabtausch, bei dem sich schnell herauskristallisierte, dass die Hausherren mit der individuellen Klasse und Athletik der Gäste zu kämpfen haben. Immer wieder gelang es dem agilen Rückraum der Eggenfeldnern klare Chancen zu kreieren, die sie auch konsequent in Zählbares umwandelten.

#24 Wohlmannstetter, Stephan

Im Handumdrehen erspielten sie sich so einen 3-Tore-Vorsprung, den der HCD jedoch beim 6:6 egalisieren konnten (15. Minute). Die Treffer waren auf beiden Seiten teilweise hart umkämpft, das Spiel ganz in Derby-Manier sehr körperbetont aber über weite Strecken sehr fair geführt. Immer wieder legten die Rottaler um den überragenden Johannes Fuchs vor, die Donaustädter versuchten stets wieder nachzulegen und den TVE in Schlagdistanz zu halten. Zwar funktionierte offensiv vieles gut, jedoch fand man vor Allem in der Deckung viel zu selten Zugriff auf den gegnerischen Angriff. Und so ging es bis zum ertönen der Halbzeitsirene weiter, Ismael Pasha konnte für seine Farben nochmals zum 13:15 Halbzeitstand verkürzen.

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#47 Ismael Pasha

Trainer Klaus Meinberger zeigte sich mit der Offensivleistung zufrieden, abgesehen von der Chancenauswertung. Jedoch bemängelte er die Abwehr, die seine Jungs an diesem Tag nicht in gewohnter Manier auf das Feld brachten. Immer wieder hatte er in der Vorwoche vor den Stärken der wohl bekannten Gegnern gewarnt, jedoch konnten die Deggendorfer dies an jenem Tag nur schwer umsetzen. Allerdings war den HClern durchaus bewusst, dass mit einer geschlossenen Leistung durchaus ein Sieg in Aussicht stand. Doch zunächst zeigte sich ein relativ identisches Bild wie in Durchgang Eins. Die Gäste legten vor, der HC legte nach, wobei die Hausherren gefühlt immer mehr in Fahrt kamen. In Minute 33 war es erneut Pasha, der auf einen Treffer Unterschied verkürzen konnte (15:16).

Die Hausherren jetzt mit dem erneut zahlreich erschienenen Publikum in der Comenius-Halle im Rücken kurz vor der Wende. Doch nun zeigte sich ein Problem, mit dem die Deggendorfer die letzten Jahre immer wieder zu hadern hatten. In den entscheidenden Situationen, als es möglich gewesen wäre den Ausgleich zu erzielen, scheiterte man am eigenen Unvermögen und der falschen Entscheidungsfindung. Zwischen der 33. und 43. Minute verpassten es die HCler immer wieder den Ausgleich zu erzielen, was letztendlich die abgezockten Gäste ausnutzten. David Lehnard erhöht durch zwei Treffer in Folge auf 21:24 und sorgte wieder für alte Verhältnisse (45. Minute).

#2 David Lehnard

Doch die Gastgeber wollten sich an diesem Tag nicht so leicht geschlagen geben, handelte es sich doch um ein kleines Derby. Und plötzlich gelang es dann doch noch: ein doppelter Zaglauer nach schönen Kreisanspielen und Michel Poek gleichen die Partie zum 25:25 aus (51. Minute). Jetzt waren die Fans voll da, eine Derby-Crunchtime wie sie im Buche steht. Doch dann zeigte sich erneut die individuelle Klasse des TVE in Form von Fuchs. Durch zwei klasse Einzelaktionen bringt er seine Mannen wieder in Front. Klaus Meinberger zieht die Timeout-Karte und schwor seine Jungs noch einmal ein. Nur noch klare Torchancen und eine aggressive Abwehr seien jetzt nötig, falls man das Ruder nochmals rumreißen wolle. Und sofort verkürzt Michel Poek wieder auf einen Treffer und machte die Partie nochmals ein bisschen spannender.

#27 Michel Poek

Doch das letzte Aufbäumen der Gastgeber wurde just im nächsten Angriff durch Lehnard im Keim erstickt. Darauf schafften es die Deggendorfer nicht mehr zu antworten. Die Partie endet mit 27:29, unterm Strich ein verdienter Sieg für den TVE, der sich im Großen und Ganzen etwas abgezockter präsentierte. 

Kein Beinbruch für den HCD, der trotzdem eine tolle Partie zeigte und sich nun vor der Weihnachtspause am kommenden Samstag gegen Waldkraiburg nochmals in der oberen Tabellenhälfte festigen will.

Für Deggendorf spielten: (Tor) Eberhardt, Blöchinger, (Feld) Poek (8/2), Lotos(6), Helber(5), Zaglauer(4), Pasha(3), Grill(1), Heuer, Thanner, Czisch, Meiser und Tropmann.  



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