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Eching schlägt zahnlose Deggendorfer

Unglückliche 27:24-Niederlage beim Tabellennachbarn aus Eching

Eigentlich wollten die Deggendorfer Handballer den Rückenwind vom Sieg gegen Burghausen mit auf die Auswärtsfahrt nach Eching mitnehmen. Das ging leider nach hinten los. In einem lange spannenden und ausgeglichenen Spiel zogen die vom Publikum angepeitschten Hausherren den Donaustädtern den Zahn und behielten die zwei Punkte im Münchner Speckgürtel. Leider wäre für die Deggendorfer durchaus mehr drin gewesen, jedoch fehlte den Gästen in den entscheidenden Momenten der Biss.

Dass das Match gegen den SCE kein leichtes sein wird, war im Vorhinein schon klar. Sonntag Abend zum Abschluss des Wochenendes musste man die Fahrt nach Eching antreten, in eine prall gefüllte Halle voller euphorischer Anhänger der Heimmannschaft. Dadurch wollten sich die HCler nicht beirren lassen. In den vergangenen Jahren musste man diese Aufgabe schon des Öfteren meistern und konnte hierbei immer wieder Punkte entführen. Auch die Kadersituation ließ durchaus die Hoffnung auf Punkte zu. Außer Grbic und Baumann waren wieder alle Akteure mit an Board, letztendlich die Siegertruppe aus der Vorwoche. Coach Milan Sedivec machte aber seinen Jungs vorm Spiel nochmal klar, dass dazu eine ähnliche Leistung wie gegen Burghausen nötig sein wird. Und ebenso würde es den selben Kampfgeist und Willen benötigen, um den Echingern heute gefährlich zu werden. Durch einen Sieg gegen den Tabellennachbarn hätte man sich im Mittelfeld der Tabelle festigen können. Im Falle einer Niederlage, würde man wieder aus dem Tabellenkeller grüßen.

Doch die Gäste starteten gut und motiviert in die Partie. Durch Sedivec junior, Setlik und Poek legte man sofort einen klasse Start hin. Vor Allem die etwas offensivere Abwehrdeckung machte Eching zu Beginn Probleme. Vorne zeigte man anfangs ein gutes Tempo und nutzte die Lücken der noch sehr behäbig wirkenden SC Defensive aus. Doch den Mut der Anfangsminuten konnten die Deggendorfer nicht beibehalten. Im Zuge dessen entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit wechselnden Führungen und knappen Vorsprüngen. Denn auch Eching drückte zunehmend mehr aufs Tempo, nutze oft die langsame Rückwärtsbewegung der Gästemannschaft aus und kam so immer wieder zu leichten Abschlüssen. Vor Allem Thomas Landsmann und Marlon Escriva waren für die Mannen des HC schwer zu bremsen und konnten für ihre Farben immer wieder Treffer erzielen. Auf Seiten der Deggendorfer verteilten sich die Treffer bunt, jedoch tat man sich im Aufbauspiel immer wieder schwer, klare Torchancen zu kreieren. Immer wieder war es Stückwerk der individuellen Klasse von Poek, Lotos und Sedivec. Dennoch schaffte man es jederzeit, den Anschluss zu halten. Über die Spielstände 6:6 und 10:10 konnte man die Partie offen halten. Allerdings zogen die Echinger die Zügel vor der Halbzeitpause nochmal an und erhöhten in Person von Escriva und Pausch auf 14:11, ehe kurz vor der Sirene Michel Poek per Strafwurf auf 14:12 verkürzt.

#27 Michel Poek

Zwar konnte man angesichts des Ergebnisses durchaus zufrieden sein, auch aufgrund der immer wieder guten Ansätze in Offensive und Defensive. Jedoch hatte man beim HCD ein bisschen das Gefühl, als würde etwas der letzte Wille fehlen. Denn mit einer kleinen Schippe mehr, hätte das Ergebnis durchaus auch anders lauten können. Kein Beinbruch, immerhin hatte man ja noch 30 Minuten auf der Uhr, um das Ergebnis noch etwas zu korrigieren. Und zunächst sah es ganz danach aus. Aigner und Stengl trafen zum 15:14, der Gegner in Reichweite. Und spätestens beim 16:16-Ausgleich durch Kapitän Valentin Lotos war wieder Alles offen. Beim Stand vom 18:17 kam es wieder zu einer bezeichnenden Szene der letzten Wochen. Durch eine Unaufmerksamkeit begingen die Deggendorfer einen Wechselfehler in schon bestehender Unterzahl. Das Resultat: eine zweite Zeitstrafe und eine doppelte Unterzahl. Diese nutzte zwar der Echinger Spielertrainer Lukas Monz umgehend aus, jedoch kämpften die Gäste wacker und konnten den Anschluss wahren. Durch Stengl, Setlik und Poek glich man erneut auf 21:21 aus. Ein riesiger Faktor in dieser Phase war Torhüter Dennis Eberhardt, der durch fantastische Paraden seine Mannen im Spiel hielt. Nur dadurch konnten die Deggendorfer die Hoffnung auf Punkte wahren. Doch anstatt jetzt nochmal Feuer zu fangen und alles für die Punkte zu tun, verlor man plötzlich den Faden. Unkluge Entscheidungen in der Offensive, langsame Rückwärtsbewegung und fehlender Biss luden die Hausherren dazu ein, sich entscheidend und viel zu einfach abzusetzen. Das bekannte Trio Escriva, Landsmann und Monz liefen nochmals richtig heiß und sorgten für Partystimmung in der Echinger Halle. Obendrein beschwerte sich Setlik erneut zu lautstark über eine der mehreren strittigen Entscheidung der Unparteiischen und ging mit einer roten Karte (dritte Zeitstrafe) vorzeitig zum Duschen. Der Wille der Deggendorfer nun endgültig gebrochen. Die Hausherren verwalteten die Führung nun clever und entschieden die Partie für sich. 27:24 heiß es am Ende, angesichts der letzten Minuten kein unverdienter Sieg für die Gelb-Blauen.

Torhüter Dennis Eberhardt

Der HC Deggendorf lässt also frühzeitige Big Points liegen, jedoch sind noch einige Schlachten in der noch jungen Saison zu führen. Jetzt gibt es jedenfalls reichlich Zeit sich auf die kommenden Spiele vorzubereiten. Und das wird auch nötig sein. Denn nach einer kommenden zweiwöchigen Pause wartet dann das heiß ersehnte Derby gegen die SSG Metten in der heimischen Comenius-Halle.

Für Deggendorf spielten: (Tor) Eberhardt, Detlaf, (Feld) Poek(9/4), Setlik(5), Lotos(3), Aigner(3/1), Stengl, Sedivec(je 2), Pasha, Buchner, Zaglauer, Grill und Schoenenberg.

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